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EIN TANZ MIT DER EINSAMKEIT

Der junge, aufstrebende Regisseur Georg Maske nimmt uns mit auf eine beeindruckende Reise in die Tiefen der menschlichen Psyche. Mit seinem ersten Film "Eleonora" gelingt dem erst 24-jährigen Kunststudenten ein erstaunliches Debüt. Der knapp einstündige Streifen ist nicht nur eine bemerkenswerte künstlerische Leistung, sondern auch ein tiefgründiges, persönliches Werk, das aus Maskes eigenen Erfahrungen mit Depressionen inspiriert wurde.

 

Im Zentrum des Films steht die Hauptfigur Lilly, gespielt von Carla Jung, deren Leben immer stärker von Depressionen ergriffen wird. Die personifizierte Einsamkeit, Eleonora, dargestellt durch Katja Mattmüller, wird zu einer ständigen Begleiterin Lillys, und zieht die Hauptprotagonistin immer tiefer in einen Strudel aus Depression, Zweifel und Suizidgedanken. In eindringlichen Szenen zeigt der Film den Kampf Lillys mit ihrer Trauer, Isolation und dem Ringen um Sinnfindung. Dabei steht Lilly nicht nur sinnbildlich für den eigenen Kampf Maskes, sondern auch exemplarisch für eine junge Generation, die inmitten von Krisen und Kriegen oft unter hohem Leistungs- und Leidensdruck konfrontiert ist.

 

Gleichzeitig bringt der Film mit der Figur der jüngeren Lilly, gespielt von Alissa Reitmeier, einen Hauch von Unschuld und Leichtigkeit in die Erzählung. Die Erinnerungen an glücklichere Zeiten stehen in starkem Kontrast zur gegenwärtigen Verzweiflung Lillys und schaffen eine faszinierende Dynamik zwischen Vergangenheit und Gegenwart, zwischen Hoffnung und Verzweiflung. Gleich dem Gegenspiel zwischen Engel und Teufel auf den Schultern der Hauptprotagonistin, schafft Maske hier ein differenziertes Abbild des Kampfes, den Menschen, die an Depressionen erkrankt sind, tagtäglich auszutragen haben. So pendelt der Film zwischen beklemmenden und hoffnungsvollen Szenen und bietet damit eindrückliche Einblicke in die Gefühlswelt depressiver Menschen.

Dabei ist besonders die visuelle Gestaltung des Films bemerkenswert. Kamerafrau und Co-Regisseurin Teresa Rosenitsch beweist ein feinfühliges Gespür für Perspektiven, so dass der Zuschauer schnell vergisst, dass der Film mit äußerst geringem Budget entstanden ist. Gleiches gilt für die drei Hauptdarstellerinnen: Sie harmonieren so gut miteinander, dass sie es trotz der großen Altersunterschiede scheinbar mühelos schaffen, die drei Ebenen der Hauptfigur miteinander verschmelzen zu lassen. Dass der Film für alle Beteiligten das erste längere Filmprojekt war, macht diesen Umstand umso bemerkenswerter.

Neben den schauspielerischen Leistungen lebt der Film auch von seinen starken Bildern: Starke Kontraste zwischen Licht und Schatten verdeutlichen die Manie der Hauptdarstellerin. Regisseur Maske spielt dabei gekonnt mit dem Wechsel aus lebhaften und düstere n Farben, um die emotionale Achterbahnfahrt einer Depression zu unterstreichen. Ob hoffnungsvoll strahlendes Grün der Natur, schwarzes Dunkel einsamer Nächte oder monotones Grau der inneren Leere – Maske und den Darstellerinnen gelingt es durchweg, die Vielschichtigkeit der komplexen Krankheit einzufangen. Die Handlung, die hauptsächlich in einem alten Bauwagen spielt, bildet somit eine perfekte Bühne für Lillys innere Kämpfe, in der Traum und Realität langsam verschwimmen. Das Gefühl der Einsamkeit wird zudem dadurch verstärkt, dass sich der Film stellenweise viel Zeit nimmt und erlaubt, die ruhigen Momente des Alleinseins auszureizen – damit gelingt es Maske meisterlich, eine immer stärkere werdende Spannung aufzubauen.

 

Dieser Spannung zuträglich ist auch die fulminante musikalische Untermalung des Filmes. Komponiert vom erst 15-jährigen Moritz Hoffmeyer aus Bad Mergentheim, trifft der Soundtrack in jeder Szene den richtigen Ton. Mal reduziert, mal voller Pathos, mal leise hoffnungsvoll, mal düster und beklemmend: Inspiriert von der Arbeit des legendären John Williams schafft Hoffmeyer eine zutiefst bewegende musikalische Untermalung, die die emotionale Tiefe des Films perfekt einfängt und verstärkt.

 

„Eleonora“ ist ein einzigartiger Film, der nicht versucht Antworten oder Ratschläge zu geben, sondern gnadenlos und überaus genau dokumentiert, wie das komplexe Innenleben einer Depression aussieht. Nichtsdestotrotz bleibt nach dem Anschauen nicht nur Bek lommenheit, sondern auch Hoffnung und Zuversicht.

Indem Maske es schafft, so viele Facetten einer Depression so einfühlsam abzubilden, kann der Film zudem als wichtiger Mutmacher für Erkrankte fungieren, denen oft neben Einsamkeit auch Unverständnis widerfährt. Der Film hat das Potential, von Depressionen Betroffenen dabei zu helfen, sich gesehen und verstanden zu fühlen - gleichzeitig bietet „Eleonora“ Freunden und Familienmitgliedern von Erkrankten, aber auch Interessierten und Filmfreunden einen seltenen Einblick in die schwer verständliche Dynamik einer Depression.

 

Anton Mattmüller, freischaffender Journalist, Gewinner des „DATUM Talente Wettbewerbs 2023“.


Großzügige Sachspende für die Jugendarbeit

Wir staunten nicht schlecht, als sich die Firma Konrad Bau bei uns gemeldet und uns 20 voll funktionstüchtige Tablets als Spende angeboten hat. Zweimal mussten wir das Datum checken, um auszuschließen, dass es sich nicht nur um einen April-Scherz handelt. Ein Scherz war es definitiv nicht - ein Lächeln haben wir dennoch auf den Lippen. Denn am Dienstag, den 9. April, stand Steffen Hollenbach von der IT-Abteilung von Konrad Bau bei uns am J.U.K.I. und überreichte Stefan Rückert gut gelaunt die 20 Tablets inkl. stoßfester Schutzhüllen - sogar mit komplett neuen Ladegeräten. Die wurden nämlich extra noch dazu gekauft, damit wir gleich loslegen können. Die gespendeten Tablets sollen zukünftig im Jugendzentrum, in den Ferienangeboten und auch im Hort zum Einsatz kommen. Wir bedanken uns von ganzem Herzen bei der Firma Konrad Bau und freuen uns die Geräte in unseren Arbeitsalltag integrieren zu können.



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